Zum Hauptinhalt springen
Ratgeber

Mietrendite: So berechnen Sie, ob sich Ihre Wohnung wirklich lohnt

A
Assetli
Assetli Team
14 Min. Lesezeit

Die Miete trifft auf dem Konto ein, die Hypothek geht ab, der Instandhaltungsfonds nimmt sich seinen Teil – und Sie wissen immer noch nicht, ob Sie mit der Wohnung Geld verdienen oder sich bloß ein teures Hobby finanzieren. Diese Anleitung gibt Ihnen konkrete Formeln, Modellbeispiele mit Zahlen und steuerliche Zusammenhänge für das Jahr 2026, damit Sie die Mietrendite ein für alle Mal präzise berechnen. Und wir zeigen auch, wie Sie sie langfristig im Blick behalten, damit sie Ihnen nicht entgleitet.

3,5–4,5 %
Bruttorendite im Rechenbeispiel dieses Artikels
2 %
Lineare AfA auf das Gebäude (§ 7 Abs. 4 EStG)
10 Jahre
Spekulationsfrist bis zum steuerfreien Verkauf (§ 23 EStG)
15–25 Jahre
Typische Amortisationsdauer einer Anlagewohnung

Warum die Bruttorendite allein nicht ausreicht

Die meisten Inserate und „Investment-Tipps” arbeiten mit der Bruttorendite. Das ist eine schnelle Zahl für den Bierdeckel, aber eine schlechte Entscheidungsgrundlage. Die Bruttorendite ignoriert Steuern, Instandhaltungsfonds, Versicherung, Reparaturen, Leerstand und die Hypothek – also genau die Positionen, die darüber entscheiden, ob Ihnen am Jahresende etwas übrig bleibt.

Deshalb gehen wir vier Berechnungsebenen durch, von der gröbsten bis zur genauesten:

01

Bruttorendite

Schneller Angebotsvergleich. Nur Miete und Preis, nichts weiter.

02

Nettorendite

Wie viel Sie nach Kosten und Steuern tatsächlich verdienen.

03

Cashflow

Wie viel Ihnen monatlich bleibt (oder fehlt) nach der Hypothekenrate.

04

Cash-on-Cash-Rendite und ROI

Wie viel Ihr eigenes eingesetztes Kapital erwirtschaftet.

Mietrendite: Berechnung der Bruttorendite

Die einfachste Kennzahl. Sie dient dem blitzschnellen Vergleich mehrerer Wohnungen.

Formel — Bruttorendite
Bruttorendite (%) = (Monatsmiete × 12) ÷ Kaufpreis × 100

Beispiel: Eine 2-Zimmer-Wohnung in Leipzig für 250 000 €, Kaltmiete 850 €/Monat. Jahresmiete = 10 200 €. Bruttorendite = 10 200 ÷ 250 000 × 100 = 4,08 %.

Zur Einordnung Ihrer Zahl gibt es keinen bundesweiten Richtwert — die Spanne zwischen München und einer Kleinstadt im Ruhrgebiet ist zu groß. Verlässlicher ist der Vergleich vor Ort: Nehmen Sie die Kaufpreise vergleichbarer Wohnungen aus den Bodenrichtwerten und der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses und die ortsübliche Vergleichsmiete aus dem Mietspiegel Ihrer Gemeinde, und rechnen Sie dieselbe Formel für drei, vier Objekte durch. Als Faustregel gilt in ganz Deutschland dasselbe: die teuerste Lage ist meist die am schlechtesten rentierende — dort zahlen Sie für Sicherheit und Wertzuwachs, in der Peripherie für Rendite, aber auch für höheres Leerstandsrisiko.

Nettomietrendite: Hier fällt die Entscheidung

Hier beginnt die Realität. Von der Jahresmiete ziehen Sie ab, was nicht umlagefähig ist — Verwaltungskosten, Ihren Anteil an der Instandhaltungsrücklage, Instandsetzungen an Ihrer Wohnung — dazu eine ehrliche Leerstandsrücklage und die Einkommensteuer. Umlagefähige Betriebskosten (Grundsteuer, Müll, Hausreinigung) tragen dagegen die Mieter über die Nebenkostenabrechnung.

Formel — Nettorendite
Nettorendite (%) = (Jahresmiete − Jahreskosten − Einkommensteuer) ÷ Kaufpreis × 100

Bleiben wir bei der Leipziger Wohnung für 250 000 € und einer Kaltmiete von 850 €:

Position Jahresbetrag
Kaltmiete (12 × 850) 10 200 €
− Nicht umlagefähiges Hausgeld (Verwaltung + Instandhaltungsrücklage) −1 800 €
− Grundsteuer (umlagefähig, trägt der Mieter) 0 €
− Kleininstandhaltung in der Wohnung −300 €
− Leerstandsrücklage (eine Monatsmiete) −850 €
− Einkommensteuer (siehe unten) −1 320 €
Überschuss nach Steuern 5 930 €

Für zwei zentrale Rücklagen haben sich auch in Deutschland einfache Faustregeln etabliert. Beim Leerstand rechnet man üblicherweise mit einer Monatsmiete pro Jahr (rund 8 %); eine realistische Spanne liegt bei 5–10 % der Jahresmiete. Ein praktischer Trick ist, die Jahresmiete nur durch elf statt durch zwölf zu teilen. Bei der Reparaturrücklage (einer Art Rücklagenfonds) wird empfohlen, größenordnungsmäßig 10–15 % der Miete für größere Sanierungen zurückzulegen, beziehungsweise etwa 1,5 % des Immobilienwerts pro Jahr für die gesamte Instandhaltung.

Nun zur Einkommensteuer. Die Bemessungsgrundlage ist der Überschuss: 10 200 − 1 800 − 300 Werbungskosten − 4 000 AfA (2 % von 200 000 € Gebäudeanteil bei 80 % des Kaufpreises) = 4 100 €. Bei einem persönlichen Steuersatz von 32 % macht das rund 1 320 €. (Achtung: die Leerstandsrücklage ist keine Werbungskost — sie ist Ihr „Umschlag”, kein vom Finanzamt anerkannter Aufwand.)

Überschuss nach Steuern = 10 200 − 1 800 − 300 − 850 − 1 320 = 5 930 €. Nettorendite = 5 930 ÷ 250 000 × 100 = 2,37 %.

💡

Sehen Sie den Einbruch? Von 4,08 % brutto auf 2,37 % netto. Die Nettorendite liegt üblicherweise um 0,5–0,6 Prozentpunkte unter der Bruttorendite, aber sobald Sie Steuern und ehrliche Rücklagen hinzurechnen, ist der Unterschied deutlich größer.

Steuern auf Mieteinnahmen im Jahr 2026: Was Sie wissen müssen

Die Steuer durchzieht die gesamte Berechnung, also klären wir sie.

Wie Mieteinnahmen besteuert werden. Vermieten Sie eine Wohnung langfristig, erzielen Sie Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung nach § 21 EStG. Sie werden nicht gesondert, sondern zusammen mit Ihren übrigen Einkünften mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz veranlagt — eine hohe Miete kann Sie also in eine höhere Progressionsstufe schieben. Sozialversicherungsbeiträge fallen auf reine Vermietung nicht an; das ändert sich erst, wenn Zusatzleistungen dazukommen und daraus ein Gewerbe wird (der klassische Fall ist die kurzfristige Vermietung im Stil von Ferienwohnungen).

Sie versteuern nicht die Miete, sondern den Überschuss. Von den Einnahmen ziehen Sie die Werbungskosten ab — und die sind der eigentliche Hebel:

🏚️
AfA — die Gebäudeabschreibung

Jährlich 2 % der Anschaffungskosten des Gebäudes bei Fertigstellung nach 1924 und vor 2023, 3 % bei jüngeren Gebäuden (§ 7 Abs. 4 EStG). Abgeschrieben wird nur das Gebäude — der Grundstücksanteil bleibt außen vor, üblicherweise wird der Kaufpreis dafür aufgeteilt.

📂
Laufende Werbungskosten

Schuldzinsen (nur der Zinsanteil, nicht die Tilgung), Verwaltungskosten, Versicherungen, Instandhaltung und Reparaturen, Fahrtkosten zum Objekt, Maklerprovision für die Neuvermietung, nicht umlagefähige Nebenkosten.

Zwei Punkte werden regelmäßig verwechselt. Erstens: Tilgung ist keine Werbungskost. Absetzbar ist nur der Zinsanteil Ihrer Rate — die Tilgung verschiebt lediglich Geld aus Ihrem Vermögen in die Immobilie. Zweitens: Zuführungen zur Instandhaltungsrücklage sind erst dann abzugsfähig, wenn die Gemeinschaft sie tatsächlich für Instandhaltung ausgibt — das Einzahlen allein genügt nicht. Und der Klassiker: Zahlt sich das Objekt über Jahre nur mit Verlust, prüft das Finanzamt die Einkünfteerzielungsabsicht; ohne sie werden die Verluste nicht anerkannt (bei dauerhafter Vermietung von Wohnraum wird sie in der Regel unterstellt).

Zusammenfassung Steuern

Versteuert wird der Überschuss, nicht die Miete. Zwischen AfA und Schuldzinsen bleibt in den ersten Jahren einer finanzierten Wohnung oft wenig bis nichts übrig, was zu versteuern wäre — und beim Verkauf nach mehr als zehn Jahren ist der Gewinn nach § 23 EStG steuerfrei, sofern die Wohnung im Privatvermögen gehalten wurde.

Cashflow aus der Vermietung: Die Hypothek ändert alles

Die Nettorendite rechnet, als hätten Sie die Wohnung bar gekauft. Die meisten Vermieter haben jedoch eine Hypothek – und die stellt die Berechnung auf den Kopf. Der Cashflow ist der tatsächliche Geldfluss: Was Ihnen real auf das Konto zufließt und davon abgeht.

Formel — jährlicher Cashflow
Jährlicher Cashflow = Jahresmiete − Betriebskosten − jährliche Hypothekenraten − Einkommensteuer

Aktuelle Zahlen für das Jahr 2026: Laut Bankenverband Hypomonitor stieg der durchschnittlich realisierte Zinssatz für neue Kredite im April 2026 leicht von 4,43 % im März auf 4,52 % (der Jahresdurchschnitt 2025 lag bei 4,58 %). Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Leitzins (2-Wochen-Repo) bei 3,50 %. Investitionshypotheken unterliegen zudem ab April 2026 strengeren Regeln.

Beispiel mit Finanzierung: dieselbe Leipziger Wohnung für 250 000 €. Eigenkapital 20 % (50 000 €), Darlehen 200 000 €, Sollzins 3,8 %, Laufzeit 30 Jahre. Die monatliche Annuität ≈ 932 €, also jährlich ≈ 11 183 €.

Position Jahresbetrag
Kaltmiete 10 200 €
− Nicht umlagefähige Kosten (Verwaltung, Rücklage, Kleininstandhaltung) −2 100 €
− Leerstandsrücklage −850 €
− Annuität (200 000 € zu 3,8 %, 30 Jahre) −11 183 €
− Einkommensteuer (Zinsen + AfA übersteigen die Miete) 0 €
Jährlicher Cashflow −3 933 €

Bei diesen Zinsen und Preisen zahlen Sie also monatlich rund 330 € drauf. Das ist nicht automatisch eine schlechte Nachricht: Ein Teil der Rate tilgt die Hauptschuld (Amortisation), sodass Sie Vermögen aufbauen, und die Wohnung gewinnt (historisch) an Wert. Aber Sie müssen es sich leisten können und damit rechnen. Ein negativer Cashflow ist nur tragbar, wenn Sie ihn aus anderen Einkünften decken können.

Der entscheidende Vergleich ist der zwischen Bruttorendite und Sollzins. Liegt die Rendite darunter, arbeitet der Hebel gegen Sie und der Cashflow bleibt negativ, solange Sie tilgen; liegt sie darüber, trägt sich die Wohnung selbst. Den aktuellen Durchschnittszins für Wohnungsbaukredite veröffentlicht die Deutsche Bundesbank monatlich in ihrer MFI-Zinsstatistik — nehmen Sie ihn als Ausgangspunkt und rechnen Sie zusätzlich mit einem Aufschlag, denn vermietete Objekte werden oft etwas teurer finanziert als selbst genutzte.

⚠️

Achtung beim Ende der Zinsbindung. Der berechnete Cashflow gilt nur bis zur nächsten Anschlussfinanzierung. Wenn der Zinssatz nach der Neufestsetzung um 2 Prozentpunkte springt, steigt die Rate bei 200 000 € Restschuld um mehrere Hundert € monatlich und ein positiver Cashflow kippt leicht ins Minus. Rechnen Sie gleich mit einem „Stress"-Zinssatz.

Cash-on-Cash-Rendite und Amortisation der Immobilieninvestition

Der Cashflow ist in €. Damit Sie wissen, wie hart Ihr eingesetztes Kapital arbeitet, brauchen Sie Prozente.

Formel — Cash-on-Cash-Rendite
Cash-on-Cash-Rendite (%) = jährlicher Cashflow ÷ eingesetztes Eigenkapital × 100

Das eingesetzte Kapital ist nicht nur die Anzahlung – rechnen Sie Rücklage, Renovierung und Gebühren hinzu. Sagen wir, Eigenkapital von 65 000 € (50 000 € Anzahlung + 15 000 € für Kaufnebenkosten, Grunderwerbsteuer und Ausstattung).

Bei positivem Cashflow zeigt diese Kennzahl dank des Hebels ihre volle Stärke. Gewinnt die Wohnung für 250 000 € um 2 % jährlich an Wert (5 000 €) und haben Sie 65 000 € eingesetzt, sind das 7,7 % Wertzuwachs auf Ihr Kapital – plus die Tilgung der Hauptschuld. Das ist die Kraft des finanziellen Hebels: Die Rendite der gesamten Immobilie wird auf Ihren Bruchteil-Einsatz gerechnet.

Außerdem sind zwei Kennzahlen ohne Einfluss der Finanzierung nützlich, ideal für den Vergleich von Wohnungen untereinander:

Cap Rate (Kapitalisierungssatz)
= NOI ÷ Immobilienpreis × 100

NOI (Netto-Betriebsgewinn) = Miete − Betriebskosten, ohne Hypothekenrate, Abschreibungen und Einkommensteuer. Eine typische deutsche Cap Rate liegt bei 4–6 %.

= (Cashflow + getilgte Hauptschuld + Wertzuwachs) ÷ eingesetztes Kapital × 100

Unter 5 % ist weniger interessant als ETFs oder Anleihen, ein Wert von 8 % und mehr ist gut. Die Amortisationsdauer ergibt sich aus Kaufpreis ÷ Jahresnettomiete — bei den Renditen dieses Beispiels sind das gut zwei Jahrzehnte.

Berechnen Sie die Rendite Ihrer Wohnung

Geben Sie die Parameter Ihrer Wohnung ein und der Rechner zeigt Ihnen alle vier Ebenen auf einmal – von der Bruttorendite bis zur Cash-on-Cash-Rendite. Die Einkommensteuer schätzen wir wie in Deutschland üblich über den Überschuss: Miete minus nicht umlagefähige Kosten, minus Schuldzinsen, minus 2 % AfA auf 80 % des Kaufpreises (Gebäudeanteil).

🏠
Mietrendite-Rechner
Alle Werte sind illustrativ. Es handelt sich weder um eine Anlage- noch um eine Steuerberatung.
Bruttorendite
Nettorendite
Monatlicher Cashflow
Cash-on-Cash
Geben Sie oben die Werte ein und Sie sehen das Urteil.

* Die Steuer berechnen wir vereinfacht als (Miete − Kosten − Zinsen − AfA) × Ihrem Steuersatz; ein negativer Überschuss ergibt hier 0 € Steuer, in der Veranlagung kann er mit anderen Einkünften verrechnet werden. Das Rechenbeispiel im Text ist ohne Finanzierung gerechnet, deshalb fällt die Steuer dort höher aus. Jährliche Cap Rate und ROI gehen über diesen Rechner hinaus – für die vollständige ROI-Berechnung rechnen Sie die getilgte Hauptschuld und den Wertzuwachs der Immobilie hinzu.

🧮

Tipp: Die genaue Rate berechnen Sie im Hypothekenrechner und die Wirkung regelmäßigen Investierens in eine Alternative im Zinseszins-Rechner.

Lohnt es sich überhaupt? Immobilie vs. ETF

Seien wir hier ehrlich – ein Wohnungseigentümer will die Wahrheit hören, kein Marketing. Im letzten Jahrzehnt erzielte der globale Aktienindex MSCI World im Durchschnitt rund 13,65 % jährlich (Gross Returns über 10 Jahre zum 29.05.2026 laut MSCI-Factsheet; Nettorendite in EUR rund 11,3 % p.a.) – dabei handelte es sich um eine außergewöhnlich starke Phase. Langfristig betrachtet weist der US-amerikanische S&P 500 laut dem Datensatz der NYU Stern (Damodaran) eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 10,2 % für den Zeitraum 1928–2024 auf, beziehungsweise etwa 10,4 % über die letzten hundert Jahre, was nach Abzug der Inflation einer realen Rendite von rund 7,3 % jährlich entspricht.

deutsche Immobilien verteuerten sich derweil laut dem Immobilienpreisindex (HPI, Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis), zusammengefasst vom Bankenverband Monitor) im letzten Jahrzehnt um 140 % (und um 148 % in den letzten 15 Jahren). Wenn wir die Brutto-Mietrendite von 4–5 % jährlich hinzurechnen, näherte sich der Gesamtwertzuwachs den globalen Aktien an. Der Unterschied liegt im Charakter:

Kriterium Mietwohnung Aktien-ETF
Historische Rendite (Jahrzehnt) HPI +140 % + Miete 4–5 % p.a. MSCI World ≈ 13,65 % p.a.
Finanzieller Hebel ✅ ja (vervielfacht Gewinn und Verlust) ⚠️ praktisch nein
Liquidität ❌ niedrig (Wochen bis Monate) ✅ hoch (Sekunden)
Aufwand ❌ Verwaltung, Mieter, Reparaturen ✅ minimal
Eingangskapital ⚠️ Hunderttausende bis Millionen ✅ ab wenigen Hundert €
Inflationsschutz ✅ Miete steigt mit der Inflation ⚠️ teilweise

← Horizontal scrollen, um die ganze Tabelle zu sehen

Das Fazit lautet nicht „Wohnung oder ETF”, sondern „Wohnung und ETF”. Die Immobilie liefert ein greifbares, inflationsresistentes Einkommen mit Hebel; Aktien liefern Liquidität, Diversifikation und niedrige Kosten. In einem gut zusammengestellten Portfolio haben beide ihren Platz – mehr dazu im Artikel Was ist ein ETF und wie funktioniert er.

So behalten Sie die Mietrendite langfristig im Blick

Die Berechnung beim Kauf ist nur der Start. Die Rendite ändert sich jedes Jahr – die Miete steigt, der Zinssatz ändert sich bei der Anschlussfinanzierung, Reparaturen kommen, der Wert der Wohnung schwankt. Wer das nicht verfolgt, subventioniert leicht ein Jahr oder zwei eine verlustreiche Wohnung, ohne es zu ahnen.

Was Sie laufend verfolgen sollten:

📊
Tatsächliche Miete vs. Marktmiete

Hat sich der Markt bewegt? Destatis veröffentlicht den Häuserpreisindex vierteljährlich, der Gutachterausschuss die tatsächlichen Kaufpreise.

🧾
Tatsächliche Kosten

Instandhaltungsfonds, Versicherung, Reparaturen, Mietausfälle. Ohne Aufzeichnung haben Sie sie immer niedriger in Erinnerung, als sie sind.

🏷️
Aktueller Wohnungswert

Verändert Cash-on-Cash und das gesamte ROI. Hilft die Immobilienbewertung.

🔁
Cashflow nach der Anschlussfinanzierung

Das Ende der Zinsbindung kann einen positiven Cashflow ins Minus kippen.

Checkliste vor dem Kauf und bei der jährlichen Neubewertung

Genau das macht Assetli einfach: An einem Ort sehen Sie den Wert Ihrer Immobilien, Mieteinnahmen, Kosten und Cashflow – dazu Aktien und ETFs, Krypto, Bankkonten und den gesamten Vermögensüberblick. Statt fünf Tabellen und Schätzungen über den Daumen haben Sie ein reales, aktuelles Bild davon, ob Ihre Wohnung wirklich Geld verdient. Die Betriebsdaten der Vermietung fügen Sie zudem zusammen, wenn Sie auch eine Erfassung der Energie-Zählerstände führen.

Häufige Fragen

Welche Mietrendite ist gut?+

Einen bundesweiten Richtwert gibt es nicht — die Spanne zwischen Großstadt und Peripherie ist zu groß. Vergleichen Sie stattdessen vor Ort: Kaufpreise aus der Kaufpreissammlung des Gutachterausschusses gegen die ortsübliche Vergleichsmiete aus dem Mietspiegel. Wichtiger als die Bruttozahl sind ohnehin Nettorendite und Cashflow bei Ihrer konkreten Finanzierung.

Zählt der Wertzuwachs der Wohnung zur Rendite?+

Zur Mietrendite nicht, zum gesamten ROI schon. Die Preisentwicklung veröffentlicht Destatis im Häuserpreisindex — zuletzt +1,4 % im 1. Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahresquartal, mit deutlichen regionalen Unterschieden. Nach zehn Jahren Haltedauer ist ein Veräußerungsgewinn nach § 23 EStG steuerfrei.

Ist es besser, bar oder per Hypothek zu kaufen?+

Bei Barkauf haben Sie eine höhere Nettorendite und einen ruhigen Cashflow. Mit Darlehen haben Sie einen niedrigeren (oft negativen) Cashflow, aber der Hebel vervielfacht die Rendite auf das eingesetzte Kapital — und die Schuldzinsen sind als Werbungskosten abziehbar. Riskant wird der Hebel überall dort, wo die Bruttorendite unter dem Sollzins liegt.

Kann ich die Hypothekenrate von der Steuer absetzen?+

Nicht die ganze. Steuerlich absetzbar ist nur der Zins der Hypothek (für die Vermietungsdauer), nicht die Tilgung der Hauptschuld. Das ist ein häufiger und teurer Irrtum.

Lohnt sich die Pauschale oder die tatsächlichen Ausgaben?+

Können Sie abschreiben (Wohnung im Eigentum), fast immer die tatsächlichen Ausgaben – Abschreibungen drücken die Steuer oft auf null. Die Pauschale von 30 % eignet sich für Genossenschafts-/geschenkte Wohnungen oder für jene, die minimalen Verwaltungsaufwand wollen.

Fazit

Ob sich Ihre Wohnung lohnt, erkennen Sie nicht an der Miete im Inserat. Sie erkennen es an vier Zahlen: der Bruttorendite (schneller Vergleich), der Nettorendite (Realität nach Kosten und Steuern), dem Cashflow (was Ihnen monatlich bleibt) und der Cash-on-Cash-Rendite (wie Ihr Kapital arbeitet). Solange die Bruttorendite unter dem Sollzins liegt, ist eine ehrliche Berechnung wichtiger denn je – sie entscheidet darüber, ob Sie Vermögen aufbauen oder einen Verlust subventionieren.

Berechnen Sie es einmal gründlich und verfolgen Sie es dann. Assetli hält dafür den Wert Ihrer Immobilien und den Cashflow aus der Vermietung an einem Ort – neben dem Rest Ihres Vermögens.

🏠

Assetli für Vermieter: Verfolgen Sie den Wert Ihrer Immobilien, Mieteinnahmen, Kosten und Cashflow an einem Ort – neben Aktien, Krypto und Bankkonten. Probieren Sie die Immobilienverwaltung, die Cashflow-Analytik oder werfen Sie einen Blick auf die Lösung für Investoren und Vermieter.

Verwandte Begriffe im Glossar

Quellen und Referenzen

  1. § 21 EStG — Einkünfte aus Vermietung und Verpachtunggesetze-im-internet.de – Grundlage der Besteuerung von Mieteinnahmen; versteuert wird der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten.
  2. § 7 EStG — Absetzung für Abnutzung (AfA)gesetze-im-internet.de – lineare Gebäude-AfA von 2 % (Fertigstellung nach 1924, vor 2023) bzw. 3 % bei jüngeren Gebäuden.
  3. § 23 EStG — Private Veräußerungsgeschäftegesetze-im-internet.de – Zehnjahresfrist; danach ist der Veräußerungsgewinn im Privatvermögen steuerfrei.
  4. Amtliches Einkommensteuer-Handbuch (BMF) — zu § 21bundesfinanzministerium.de – Verwaltungsauffassung, u. a. zur Instandhaltungsrücklage als Werbungskost erst bei tatsächlicher Verwendung.
  5. Statistisches Bundesamt (Destatis) — Häuserpreisindexdestatis.de – Preise für Wohnimmobilien im 1. Quartal 2026: +1,4 % zum Vorjahresquartal.
  6. Deutsche Bundesbank — Zinssätze für Wohnungsbaukredite an private Haushaltebundesbank.de – monatlich aktualisierte Durchschnittszinsen im Neugeschäft.
  7. Gutachterausschüsse für Grundstückswerte / BORIS-Dbodenrichtwerte-boris.de – amtliche Bodenrichtwerte und Kaufpreissammlungen für den Vergleich vor Ort; die ortsübliche Vergleichsmiete steht im Mietspiegel der Gemeinde.
  8. MSCI. MSCI World Index Factsheetmsci.com – Vergleichsmaßstab für die Alternative „Immobilie oder ETF”.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich Bildungszwecken und stellt weder eine Anlage- noch eine Steuerberatung dar. Holen Sie vor einer Entscheidung über den Kauf einer Immobilie oder über die Art der Besteuerung den Rat eines lizenzierten Fachmanns ein.

A
Artikelautor
Assetli
Assetli Redaktion — KI-gestützte Finanzplattform

Assetli ist eine intelligente Plattform für die Verwaltung persönlicher Finanzen, Investitionen und des Haushalts. Unsere Artikel schreibt künstliche Intelligenz auf Grundlage öffentlicher Quellen — amtlicher Statistiken, Veröffentlichungen von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden, des geltenden Gesetzeswortlauts sowie Analysen von EY Global, dem Investment Company Institute, Vanguard und Charles Schwab. Deshalb finden Sie zu jeder Zahl und jeder rechtlichen Aussage den Link auf das Dokument, aus dem sie stammt. Die Redaktion gibt das Thema vor und liest den fertigen Text vor der Veröffentlichung, beurteilt dabei aber vor allem Verständlichkeit und Stimmigkeit — für die Richtigkeit der einzelnen Angaben steht die genannte Quelle ein, nicht eine zusätzliche Prüfung durch uns. Genau darum verstecken wir die Quellen nicht in Fußnoten: Sie müssen uns nicht glauben, Sie können das Original öffnen. Wir schreiben klar, ohne Marketing-Floskeln und unnötigen Fachjargon. Wichtig: Unsere Artikel dienen ausschließlich Bildungszwecken und stellen keine Anlageberatung dar.

Wie unsere Artikel entstehen

📊✨

Möchten Sie Ihre Finanzen im Griff haben?

Assetli hilft Ihnen, Ausgaben, Investitionen und Vermögen mit einem KI-Assistenten zu verfolgen.

Assetli kostenlos testen

Ähnliche Artikel